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Wesentliche Themen aus Sicht der Stakeholder

Die Wiener Stadtwerke berichten seit vielen Jahren transparent und nachvollziehbar über ihre Nachhaltigkeitsperformance. Alle bisher veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte wurden nach dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt.

Mit GRI G4 soll sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung nun wieder stärker auf die für das Unternehmen aus Stakeholder-Sicht wesentlichen Themen (materiality) fokussieren und auch die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeiten auf die gesamte Wertschöpfungskette inklusive Lieferkette (supply chain) beinhalten. GRI G4 fordert zudem auch eine Verbindung der wesentlichen Themen mit Leistungs- und Wirkungs-Kennzahlen.

Zur Vorbereitung dieser Wesentlichkeitsanalyse haben die Wiener Stadtwerke mehrere Projekte durchgeführt. Ende 2014 wurde – ausgehend von den Diskussionen im Nachhaltigkeitsbeirat mit dem Vorstand – ein zusätzlicher Stakeholderdialog begonnen. Unter Federführung des Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF) und der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP) wurden drei Workshops mit jeweils etwa fünfzehn VertreterInnen verschiedener Stakeholder-Gruppen veranstaltet. Im Rahmen dieser fachspezifischen Diskussionsrunden wurden die Erwartungen der Stakeholder an die Wiener Stadtwerke in Bezug auf die Smart City Wien Rahmenstrategie herausgearbeitet.

Die Auswahl der Stakeholder erfolgte über die WWTF/ÖGPP und die Nachhaltigkeitsbeauftragten der Wiener Stadtwerke. Im Ergebnis stand eine Liste von Anregungen und konkreten Vorschlägen zu folgenden Themengruppen:

  • KundInnen im Mittelpunkt
  • Veränderungs-/Innovationslabore forcieren
  • Mobilität stärker über die Stadtgrenzen spielen
  • Lösungen für dezentrale Energieversorgung

Einige Vorschläge der Stakeholder wurden mittlerweile realisiert, so die Idee von gemeinsamen Projekten und Strategien mit Mitbewerbern im Projekt „e-pendler in niederösterreich“.

Das 2015 entwickelte Projekt Fotovoltaik-Hochleistungsmodule mit angeschlossenem Batteriespeicher wurde Anfang 2016 erstmals in einem Wohnheim für Studierende in der Seestadt Aspern realisiert.

Zentrale Anforderung des Projekts Measuring Shared Value gemeinsam mit den Nachhaltigkeitsbeauftragten und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young war es, eine Verbindung der wesentlichen Themen mit Leistungs- und Wirkungs-Kennzahlen der Wiener Stadtwerke herzustellen. In einem weiteren Schritt wurde in mehreren Workshops und Diskussionen sichergestellt, dass diese Themenschwerpunkte im aktuellen Nachhaltigkeitsprogramm enthalten sind.

Danach wurden in weiteren Workshops mit jeweils etwa 20 TeilnehmerInnen die Stakeholder-Anliegen, die Leistungskennzahlen (Output) und die Wirkungsmessung (Outcomes) ermittelt. Die Auswahl der Stakeholder erfolgte über die Nachhaltigkeitsbeauftragten der Wiener Stadtwerke. Das Ergebnis war eine Liste an Anliegen der wichtigsten Stakeholder-Gruppen.

Die meisten Stakeholder-Anliegen sind bei den Wiener Stadtwerken bereits gut mit Leistungs- und/oder Wirkungskennzahlen abgedeckt und somit für das Controlling von Zielen und Maßnahmen gut geeignet.

Die Themenfelder Diversitätsstrategie, Compliance, Lieferantenbewertung und Beschwerdemanagement werden in den nächsten Jahren vertieft.

19 Aspekte wurden als wesentlich eingestuft und danach in weiteren Workshops hinsichtlich ihrer relativen Wichtigkeit untereinander gerankt. Die Nachhaltigkeitsbeauftragten bewerteten diese Aspekte jeweils aus Sicht der MitarbeiterInnen ihres Konzernbereichs/-unternehmens und jeweils aus Sicht eines externen Stakeholders. Das Ergebnis dieser Wesentlichkeitsanalyse gibt die Aspekte wieder, die unter allen wesentlichen (5,0 und höher auf einer Skala von 0 bis 10) die wichtigsten sind.

Aus interner Sicht werden besonders hoch bewertet:
KundInnenzufriedenheit und hohe Qualität der angebotenen Dienstleistungen
Versorgungssicherheit
Ergebnis vor Steuern und Effizienz der eingesetzten Mittel
Gesundheitsförderung und Unfallprävention (MitarbeiterInnen)
Arbeitsplätze und Standortsicherung, Steuerleistung
Aus externer Sicht werden besonders hoch bewertet:
Versorgungssicherheit
KundInnenzufriedenheit und hohe Qualität der angebotenen Dienstleistungen
Dienstleistungsangebot
Barrierefreiheit
Lebensqualität und Smart City
Umweltschutz
Führt man diese beiden Perspektiven zusammen, so ergeben sich die folgenden Aspekte, die sowohl aus interner als auch aus externer Sicht mit höchster Wichtigkeit eingestuft werden:
KundInnenzufriedenheit und hohe Qualität der angebotenen Dienstleistungen
Versorgungssicherheit
Dienstleistungsangebot
Ergebnis vor Steuern und Effizienz der eingesetzten Mittel
Arbeitsplätze und Standortsicherung, Steuerleistung
Lebensqualität und Smart City

 

Die aus Stakeholder-Sicht wesentlichen Themen sowie die im Projekt „Measuring Shared Value“ ermittelten korrespondierenden Leistungs- und Wirkungskennzahlen konnten dem Nachhaltigkeitsprogramm 2016 zugeordnet werden.5 Mit Ausnahme des Themas Lieferantenbewertung finden sich alle als wesentlich erachteten Themen in den Zielen und Maßnahmen des Konzerns oder mindestens eines Konzernunternehmens wieder. Daher wurde die Gliederung des Nachhaltigkeitsprogramms in die bisherigen fünf Handlungsfelder beibehalten, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Der Nachhaltigkeitsbericht ist entsprechend der Auswahl der wichtigsten Stakeholder der Wiener Stadtwerke und deren (Haupt-)Anliegen gegliedert.

Das Vorgehen zur Festlegung der Themen bzw. Aspekte, die Einbeziehung der Stakeholder in diesen Prozess und die Auswahl der relevanten Themen erfolgte in Übereinstimmung mit den GRI G4-Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. 

 

Grafik zu den Ergebnissen des Votings der wesentlichen Aspekte der Wiener Stadtwerke