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Geschäftsmodell der Bestattung und Friedhöfe

Grafik: Geschäftsmodell von Bestattung und Friedhöfe Wien 2015 mit Inputs und Outputs

Im Geschäftsmodell der Bestattung und Friedhöfe sind die Friedhöfe Wien, die Bestattung Wien, das Krematorium Wien, die Sarglogistik Wien, der Tierfriedhof Wien und die Druckerei Lischkar zusammengefasst.

Für die Erbringung ihrer Leistungen greifen diese Konzernunternehmen auf eine umfangreiche Infrastruktur zurück. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Bauwerke wie Unternehmenszentrale und Kundenservicestellen, die Aufbahrungshallen, das Krematorium, die Friedhöfe und Betriebs-/Nebengebäude, den Tierfriedhof, den Steinmetzbetrieb, die Gärtnerei und die Druckerei.

Hinzu kommen der Fuhrpark, Särge und Zubehör (wie Sargeinbettung etc.), Urnen, Hard- und Software und Leuchtmittel. Zu den bezogenen Betriebsmitteln zählen weiters auch Schutzausrüstung sowie Arbeits- und Dienstkleidung.

An Werkstoffen werden Metalle (Kupfer, Stahl, Bronze ...), Steine und Erden (Naturstein, Kunststein), sowie Papier, Gärtnereibedarf, Floristik und Wasser benötigt. An Energieträgern werden Strom und Erdgas (inkl. Betrieb der Krematoriumsöfen) sowie Treibstoffe (Diesel, Erdgas (CNG), Benzin) für den Fuhrpark eingesetzt.

An Fremdleistungen werden Bauleistungen (Hoch- und Tiefbau), geistige (Geistliche aller Glaubensrichtungen, TrauerrednerInnen, SängerInnen) und gärtnerische Dienstleistungen (Baum- und Heckenschnitt) sowie Abfallmanagement bezogen. Neben eigenen MitarbeiterInnen kommen zum Teil auch FremdarbeiterInnen (Saisonarbeiter in der Gärtnerei) zum Einsatz.

 

Das Geschäftsmodell im Detail

Das Geschäftsmodell der Bestattung und Friedhöfe Wien ist die Bereitstellung von Dienstleistungen und Produkten für Trauerfälle im Großraum Wien.


Zu den Dienstleistungen zählen insbesondere Bestattungen (Erd-, Urnen-, Gruftbestattung), die Organisation und Abwicklung von Bestattungsdienstleistungen („One-Stop-Shop“), Kremierungen, Vermietung und Pflege von Grabstellen, Pflege der Friedhofsanlagen, Steinmetzarbeiten und Tierbestattungen.

Als Produkte bieten sie zudem Metallsärge aus eigener Produktion, Grabsteine, Grabplatten, Grabdenkmäler, Grabeinfassungen, Blumenschmuck und Trauerdruckerzeugnisse.

2015 haben Bestattung und Friedhöfe u.a. 9.264 Erd- und Feuerbestattungen sowie über 45.000 Friedhofsleistungen erbracht (9.343 Sargbeisetzungen, 4.076 Urnenbeisetzungen und 32.204 Grabverlängerungen). Die Leistungen der Friedhofsgärtnerei umfassten 30.244 Grabpflegeaufträge.

Der Betrieb des Krematoriums und der Fahrzeuge ist mit direkten Emissionen und der Betrieb der übrigen Anlagen (über den Stromverbrauch) mit indirekten Emissionen verbunden. Die Einhaltung aller gesetzlichen Umweltauflagen für das Krematorium wird durch das 2015 eingeführte und zertifizierte Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 sichergestellt. Auch die Bestattung und Friedhöfe mit ihrem Tochterunternehmen Bestattung GmbH sind entsprechend zertifiziert.

Am Ende ihres Produktlebens werden Bauwerke und Hardware fachgerecht demontiert, nutzbare Komponenten werden weiterverwendet, werthaltige Bestandteile rezykliert, nicht mehr nutzbare – ggf. nach Vorbehandlung – deponiert. Aushubmaterial und Baustellenabfälle werden ebenfalls recycelt oder entsorgt (Verbrennung, Deponie). Altmetall aus der Kremierung (Sargbeschläge etc.) wird regelmäßig von autorisierten Fachbetrieben entsorgt.

Weitere wichtige Risikoaspekte aus Sicht der Stakeholder sind – neben Lieferantenauswahl, Compliance und Korruption sowie Denkmalschutzanforderungen unter ökonomischen und Arbeitsschutzbedingungen – die Herkunft und Qualität der Betriebsmittel (Problem der Verwendung falscher Rohstoffe bei Lacken, Metallen, etc.) und Werkstoffe. So werden vorrangig Steine aus regionalen Quellen und mit guten Arbeitsplatzbedingungen beschafft. Steine ohne Zertifikat, z.B. aus Indien oder China, werden nicht verwendet.

Der Vorrang für regionale Produkte gilt auch für Gärtnereibedarf und Floristik. Um die Abhängigkeit vom Energielieferanten (Strom, Erdgas) zu reduzieren, wird die Abwärme in der eigenen Energieversorgung genutzt und die Eigenerzeugung mittels Fotovoltaik weiter ausgebaut.

Der Druckerei Lischkar wurde bereits 2008 bescheinigt, dass die von ihr hergestellten Produkte den Richtlinien des österreichischen Umweltzeichens für schadstoffarme Druckerzeugnisse entsprechen.

Bis zum Jahr 2013 waren im Krematorium Wien vier elektrisch betriebene Kremationsöfen in Betrieb. Um den Hinterbliebenen bei einem weiteren Anstieg der Kremationsrate weiterhin kurze Wartezeiten für Kremationen anbieten zu können, werden die elektrisch betriebenen Kremationsöfen daher bis ins Jahr 2019 sukzessive gegen gasbetriebene Kremationsöfen ausgetauscht. Die Umstellung auf den ersten gasbetriebenen Kremationsofen erfolgte im Sommer 2013.