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Geschäftsmodell Energieerzeugung und Energiedienstleistungen im Großraum Wien

Für die Erbringung ihrer Leistungen greift Wien Energie auf eine umfangreiche Infrastruktur zurück:

  • vier Müllverbrennungsanlagen (Spittelau, Flötzersteig, Pfaffenau (Betriebsführung) und Simmeringer Haide)
  • vier Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (drei am Standort Simmering, davon eine auf Basis Biomasse, Kraftwerk Donaustadt)
  • fünf Fernheizwerke (Arsenal, Inzersdorf, Kagran, Leopoldau, Spittelau)
  • zwei Biomasseheizwerke (Purkersdorf, Trumau)
  • eine Biogasaufbereitungsanlage (Simmeringer Haide)
  • 22 Wasserkraftwerke
  • sechs Windparks (davon einer in Ungarn nahe der Grenze zu Österreich)
  • 60 Fotovoltaik- und zwei Solarthermieanlagen, davon 22 BürgerInnenkraftwerke bei Fotovoltaik- und zwei bei Windkraftwerken
  • 13 Fernkältezentralen und drei Großspeicher für Wärme

An Betriebsmitteln steht weiters ein innerbetrieblicher Fuhrpark aus Pkws und Nutzfahrzeugen zur Verfügung.

An Werkstoffen werden verschiedene Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe eingesetzt, allen voran die Brennstoffe Hausmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle, gefährliche Abfälle und Klärschlamm in den Müllverbrennungsanlagen sowie Erdgas, Heizöl und Biomasse in den Kraft- und Heizwerken. Strom und Wärme werden nicht nur selbst erzeugt, sondern auch von anderen Anbietern bezogen.

Weiters werden Treibstoffe (Diesel, Erdgas (CNG), Benzin) und Chemikalien für die Abgasreinigung (Natronlauge, Calciumhydroxid, Ammoniak, Aktivkohle ...) zugekauft und (Kühl-)Wasser (Fluss, Brunnen, Netz) bezogen.

An Fremdleistungen werden Bauleistungen (Hoch- und Tiefbau), geistige (Planer, Ingenieure, Architekten, Programmierer) und technische Dienstleistungen (Wartung, Instandhaltung, Service, zum Teil erbracht von den Wiener Netzen) bezogen.

Neben eigenen MitarbeiterInnen kommen zum Teil auch FremdarbeiterInnen zum Einsatz. 

 

Das Geschäftsmodell im Detail

Wien Energie Mitarbeiter vor einem Kraftwerk

Das Geschäftsmodell von Wien Energie ist die Erzeugung von Strom und Wärme, der Betrieb des Wärmenetzes und der Verkauf der Produkte Strom, Gas (Erdgas, Biogas), Wärme (Fern- und Nah-) und Kälte (Kältezentrale beim Kunden oder Fernkälte über Kältenetz) sowie von Dienstleistungen, hier insbesondere Abfallentsorgung und Energiedienstleistungen.

Wien Energie versorgt mehr als zwei Million Menschen und etwa 230.000 gewerbliche Betriebe sowie 4.500 landwirtschaftliche Anlagen in Wien und näherer Umgebung mit Strom und Erdgas sowie 375.000 Haushalte – rund ein Drittel aller Wiener Haushalte – und mehr als 6.800 Großkunden mit Raumwärme und Warmwasser. Zudem betreibt Wien Energie das größte rein auf Glasfaser basierende Netz Wiens.

Der Betrieb der Anlagen von Wien Energie ist mit Emissionen verbunden. Dabei werden alle einschlägigen Umweltvorschriften eingehalten, und dank der Managementsysteme zertifiziert überwacht. Nicht mehr betriebene Erzeugungsanlagen, Bauwerke, Schaltanlagen, Transformatoren, Leitungen, Rohre und Messgeräte werden fachgerecht demontiert, nutzbare Komponenten werden weiterverwendet, werthaltige Bestandteile rezykliert, nicht mehr nutzbare – ggf. nach Vorbehandlung – deponiert. Aschen, Schlacken und Alteisen aus der Verbrennung werden von der MA 48 übernommen und einer Verwertung oder Deponierung zugeführt. Gefährliche Reststoffe wie Rückstände aus der Rauchgasreinigung der Müllverbrennungsanlagen werden gesondert entsorgt.

Neben den angesprochenen Risikoaspekten, die für mehrere oder alle vier Geschäftsmodelle gelten (wie Lieferantenauswahl, Compliance und Korruption, Denkmalschutzanforderungen unter ökonomischen und Arbeitsschutzbedingungen, Cyber-Crime und Datenschutz), sind ein wichtiger Risikoaspekt für Wien Energie die ungeplanten Stillstandszeiten ihrer Anlagen. Um diese zu minimieren, werden die Anlagen regelmäßig überprüft, gewartet und in Stand gehalten.

So konnten ungeplante Stillstände in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert werden. Die Verfügbarkeit der zertifizierten Anlagen (exklusive geplanter Stillstandszeiten) konnte von 82,9 % in 2010 auf 91,8 % in 2015 gesteigert werden.

Um ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, hat Wien Energie in den vergangenen Jahren die Erzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien sukzessive ausgebaut und sich zudem auch neue Ausbauziele für die Bereitstellung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren bis 2030 gesetzt und das Nachhaltigkeitsprogramm.

 

Grafik zur Erzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien 

 

Aus Stakeholder-Sicht stellt ein möglicher Atomstrom-Anteil ebenfalls ein wichtiges Thema für Wien Energie (und Wien Energie Vertrieb) dar. So kauft Wien Energie Vertrieb am Markt Strom ein, der theoretisch Atomstrom enthalten könnte – immerhin stammen rund 30 % des sogenannten ENTSO-E-Mixes aus Atommeilern.

Daher sorgt Wien Energie Vertrieb dafür, dass die Atomstrom-Freiheit lückenlos nachgewiesen wird. Gemäß § 78 Abs. 1 und 2 ElWOG 2010 und Stromkennzeichnungsverordnung 2011 hat die Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG im Zeitraum 01.10.2013 - 30.09.2014 auf Basis von knapp 40 % Erdgas und gut 60 % Erneuerbaren (Wasser- und Windkraft, feste oder flüssige Biomasse, sonstige Ökoenergie) Strom an Endverbraucher verkauft.

Die Herkunftsnachweise stammen aus Österreich (71,48 %), Norwegen (19,41 %); Niederlande (3,97 %), Schweden (3,369 %) und Finnland (1,78 %). Die Lieferungen sind frei von Atomstrom.6