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Geschäftsmodell Personenmobilität im Großraum Wien

Grafik: Geschäftsmodell von Wiener Linien, Wiener Lokalbahnen und WIPARK 2015 mit Inputs und Outputs

Im Geschäftsmodell Personenmobilität sind die Wiener Linien, die Wiener Lokalbahnen und WIPARK zusammengefasst. Für die Erbringung ihrer Leistungen greifen diese Konzernunternehmen auf eine umfangreiche Infrastruktur zurück.

Dies sind in erster Linie Bauwerke wie Fahrwege einschließlich Tunnels und Brücken, Stationen (Bahnhöfe, U-Bahnhöfe und Straßenbahnsowie Bus-Haltestellen), Werkstätten, Garagen, Parkplätze und Verwaltungsgebäude. Hinzu kommen der Fuhrpark für den Personenverkehr (Schienenfahrzeuge, Kraftfahrzeuge) und der innerbetriebliche Fuhrpark (Pkw, Nutzfahrzeuge; Hilfsfahrzeuge, auch schienengebunden).

Für den Betrieb des Gesamtsystems werden Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Hard- und Software (IT) eingesetzt. Zu den bezogenen Betriebsmitteln zählen weiters auch Schutzausrüstung sowie Arbeits- und Dienstkleidung sowie Büromaterial.

An Werkstoffen werden Steine und Erden (Beton), Metalle (Stahl, Aluminium, Kupfer), Glas, Kunststoffe für die Bauwerke benötigt, weiters Strom für Traktion der Schienenfahrzeuge und Elektrobusse, für Stationen, Verwaltung und Bau, Treib-/Brennstoffe (Diesel, Flüssiggas, Benzin, Erdgas, Fernwärme), und Hilfsmittel wie Kältemittel für die Klimatisierung der Fahrzeuge.

An Fremdleistungen werden Bauleistungen (Hoch- und Tiefbau), geistige (Planer, Ingenieure, Architekten, Programmierer, Berater) und technische Dienstleistungen (Wartung, Instandhaltung, Reinigung) bezogen. Neben eigenen, großteils hochqualifizierten MitarbeiterInnen kommen zum Teil auch FremdarbeiterInnen (zum Beispiel auf Baustellen) zum Einsatz.

 

Das Geschäftsmodell im Detail

Die U6 in Fahrtrichtung Floridsdorf

Das Geschäftsmodell umfasst die Bereitstellung eines flächendeckenden öffentlichen Netzes für Personenmobilität in Wien durch die Wiener Linien und von Mobilitätsdienstleistungen im Großraum Wien durch die Wiener Lokalbahnen.

Die Wiener Linien betreiben auf einem Gesamtstreckennetz von 1.083 km fünf U-Bahn-, 29 Straßenbahn- und 127 Buslinien, 104 U-Bahn-Stationen und 5.203 Haltestellen (inkl. Auftragsverkehr und Nightline). Mit ihren 2.030 Fahrzeugen zur Personenbeförderung haben sie 19.766 Mio. Platzkilometer erbracht.

Die Wiener Lokalbahnen betreiben Schienen-Personennahverkehr zwischen Wien und südlichem Wiener Umland und den Busverkehr im Umland (VOR). Mit ihren 148 Fahrzeugen zur Personenbeförderung (inkl. Behindertenbeförderung (WLV)) haben sie dabei 526 Mio. Platzkilometer erbracht.

WIPARK hat mit 20.064 Stellplätzen in 67 Garagen dazu beigetragen, den öffentlichen Raum vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten.

Mit diesem Angebot haben die Wiener Linien 2015 gut 939 Millionen Fahrgäste befördert, das sind 2,57 Millionen Fahrgäste pro Tag. Hinzu kommen 15,1 Millionen Fahrgäste, die von den Wiener Lokalbahnen im Jahr 2015 befördert wurden. Die Wiener Linien konnten 2015 die Anzahl der Jahreskarten-BesitzerInnen um 50.741 auf 698.968 steigern. Der Anteil des öffentlichen Personennahverkehrs am Modal Split konnte im vierten Jahr in Folge bei 39 % gehalten werden.

Der Betrieb der Anlagen und Fahrzeuge ist mit direkten Emissionen und (über den Stromverbrauch) indirekten Emissionen verbunden. Die direkten Emissionen (CO2, Luftschadstoffe) aus dem Betrieb der Kraftfahrzeuge im Personenverkehr werden durch den Einsatz von Elektrobussen, die Umstellung der kompletten Busflotte auf Dieselbusse (EURO 6) und den Einsatz von überlangen Gelenkbussen mit 10% mehr Fassungsvermögen reduziert.

Altfahrzeuge werden weiter verkauft und andernorts weiter genutzt. Am Ende ihres Produktlebens werden Bauwerke, Altfahrzeuge und Mess-, Steuer- und Regeltechnik fachgerecht demontiert, nutzbare Komponenten werden weiterverwendet, werthaltige Bestandteile rezykliert, nicht mehr nutzbare – ggf. nach Vorbehandlung – deponiert. Baustellenabfälle werden ebenfalls recycelt oder entsorgt (Verbrennung, Deponie).

Ein wichtiger Risikoaspekt aus Sicht der Stakeholder ist – neben Lieferantenauswahl, Compliance und Korruption, Denkmalschutzanforderungen unter ökonomischen und Arbeitsschutzbedingungen sowie Cyber-Crime und Datenschutz – die Instandhaltung und Sauberkeit der Anlagen und Fahrzeuge.

Hier setzen die Wiener Linien und Wiener Lokalbahnen auf ihre zertifizierten Managementsysteme. Ein weiterer Risikoaspekt ist ein möglicher Technologiewandel, der dazu führen kann, dass keine Systemkompatibilität gegeben ist. Daher kooperieren die Wiener Linien insbesondere eng mit den Herstellern/Anbietern von Antriebstechnik und Fahrzeugen. Um das Risiko hoher Standzeiten (Stillstandszeit) der Fahrzeuge (Wiener Linien/Wiener Lokalbahnen) zu minimieren, werden diese regelmäßig überprüft und gewartet.

Die Verfügbarkeit und ggf. die Preisentwicklung von elektrischer Energie ist ebenfalls ein wichtiger Risikoaspekt, da dieser für die Traktion der Schienenfahrzeuge, den Antrieb der Elektrobusse und den Betrieb von Stationen und Verwaltung ebenso wie für Baumaßnahmen erforderlich ist. Auch ist darauf zu achten, welche Anforderungen sich aus Gesetzen und Verordnungen (z.B. Energieeffizienzgesetz) ergeben, die die Verfügbarkeit einschränken können.

Im Bereich Fremdleistungen können strategische Partnerschaften einen Risiko-Aspekt darstellen.