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Mobilität

Wien wächst – und damit auch die Wege, die die Menschen zur Arbeit, zum Einkaufen oder für soziale Kontakte zurücklegen wollen oder müssen. Und weil der Mensch dafür meist möglichst wenig eigene (Körper-)Energie aufbringen will, nutzt er gerne Hilfsmittel. Mit dem Fahrrad braucht man pro Kilometer nur rund 30 % der Energie eines Fußgehers, mit den Öffis sind es 300 % und mit dem Pkw bis zu 3.000 %.14

Je schneller das Fortbewegungsmittel, desto länger sind jedoch die Wege, die die Menschen zurückzulegen bereit sind – aber umso höher ist auch der Energiebedarf des Transportmittels pro Zeiteinheit.

Während beim Gehen und Fahrradfahren die Energie vom menschlichen Körper geleistet wird, wird sie beim öffentlichen und beim motorisierten Individualverkehr vor allem extern in Form von elektrischer Energie oder Treibstoffen zugeführt. Der externe Energieverbrauch ist damit die entscheidende Stellgröße für die Reduzierung des Energieverbrauchs im Stadtverkehr.14

Der Energieverbrauch pro Personenkilometer ist für den öffentlichen Verkehr (ÖV) circa 20-mal geringer als beim motorisierten Individualverkehr (MIV).

Je höher der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch, desto besser schneidet der ÖV beim CO2-Vergleich ab. Daher strebt die Stadt Wien eine weitere Reduktion des MIV sowie den Ersatz fossiler Treibstoffe durch Strom bzw. erneuerbare Energie an.

Ziel ist, die CO2-freien Modi (Fuß- und Radverkehr) zu stärken und den hohen Anteil des öffentlichen Verkehrs am Modal Split zu halten (39 %) bzw. bis 2020 auf 40 % zu steigern. Die Maßnahmen, die Wiener Linien, Wiener Lokalbahnen und WIPARK unternehmen, um dieses Ziel durch Steigerung bzw. Beibehaltung der hohen KundInnenzufriedenheit zu verfolgen, sind im Kapitel Die Interessen der KundInnen dargestellt.

Zugleich arbeiten sie auch daran, ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verbessern, u.a. durch Erhöhung der Energieeffizienz, und neue Mobilitätsformen zu fördern, darunter auch die nicht schienengebundene Elektromobilität als Zubringer und für gewerbliche Flotten.

Steigerung der Energieeffizienz im Mobilitätssektor

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© Wien Energie / Popp-Hacker
E-Auto Tankstelle © Wien Energie / Popp-Hacker

Der öffentliche Verkehr hat seit 2012 einen Anteil am Modal Split von 39 % in Wien. Sein Anteil am Energieverbrauch im Verkehrssektor beträgt jedoch nur rund 6 %. Für 2012 wurde beispielhaft der Energieverbrauch für die Wiener Linien bestimmt.

Als Durchschnittswert über alle Verkehrsmittel der Wiener Linien ergibt sich ein Endenergieverbrauch von 0,55 kWh je Fahrgast (ÖV-Weg) an reiner Fahrenergie (ohne Betriebsinfrastruktur). Werden nur die Quellund Binnenwege entsprechend des Modal Split betrachtet, erhöhen sich die Werte auf 0,79 kWh/ÖV-Weg.

Damit verbunden sind CO2-Emissionen in Höhe von 112 g (reine Fahrenergie) bzw. 161 g CO2 (nur Binnenwege) je ÖV-Weg. Im Vergleich dazu beträgt der Energieverbrauch für den Weg, der mit dem privaten Pkw zurückgelegt wird, mindestens 3 bis 5 kWh, und die damit verbundenen Emissionen liegen bei 800 bis 900 g (nur Binnenwege Wien) bzw. 900 bis 1.100 g CO2 je MIV-Weg (Binnen-, Quell- und Zielverkehr).14

Die größten Potenziale zur Reduzierung der verkehrsbedingten Energieverbräuche und CO2-Emissionen liegen daher beim motorisierten Individualverkehr (sowie Flugverkehr). Mit ihrem effizienten Fuhrpark und ihrem umfassenden Mobilitätsangebot tragen die Wiener Stadtwerke erheblich zur Verringerung der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen in Wien bei.

Doch auch beim öffentlichen Verkehr gibt es weitere Einsparpotenziale. In einer aktuellen Studie der Technischen Universität Wien und der Wiener Linien wurde anhand der U-Bahn-Linie U2 untersucht, welches die größten Potenziale sind, um den für den Betrieb der U-Bahn benötigten kumulierten Energieaufwand und die resultierenden Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Den größten Effekt hat die Erhöhung der Auslastung der Züge (jeweils -30 %), gefolgt von neuen Fahrzeugen (-26 %/-34 %) und Änderung des Energie-Mixes (-8 %/-4 %). Durch Kombination dieser Maßnahmen können diese beiden Kennzahlen um jeweils 55 % gesenkt werden.

Mit den so erreichbaren 91 g CO2- Äquivalenten und 1,653 Megajoule (entsprechend 0,46 kWh) kumulierter Energieaufwand pro Passagierkilometer würde die U-Bahn dann weit unter den Werten anderer Verkehrsträger liegen.15

Die Wiener Linien haben in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Anstrengungen zur Erhöhung der Energieeffizienz der Schienenfahrzeuge unternommen. So wurden 2015 weitere 150 Straßenbahnzügen der rekuperierfähigen Type ULF beschafft, bis 2017 kommen weitere 30 hinzu. Das Forschungsprojekt Brake Energy zur Erprobung der Rückspeisung von Bremsenergie in das Mittelspannungsnetz der U-Bahn mit einer Pilotanlage läuft noch bis 2017.

Im Rahmen des Projektes Remisen 2.0 ist 2016 die Erneuerung der Weichenheizung in den Straßenbahnbahnhöfen und Einbau einer zentralen Steuerung der Heizung vorerst in zwei Bahnhöfen (Speising und Gürtel) geplant. Weitere Bahnhöfe sollen folgen.

Im Straßenbahn- Bahnhof Simmering wird eine Wärmepumpe für die Beheizung der Revisions- und Waschhalle bis zu einer Außentemperatur von -5 °C eingebaut, wodurch eine CO2-Einsparung von circa 50 % erzielt werden wird.

Bis 2019 soll hier zudem eine Wärmedämmung auf der Revisions- und Waschhalle sowie den Anbautrakt angebracht werden. Zudem werden die U-Bahn-Stationen der vierten Ausbauphase in energieoptimierter Bauweise unter maximaler Nutzung der vorhandenen Abwärme errichtet.

Eingesetzte Treibstoffe bei den Wiener Linien (Busse)

Energieträger (MWh) 2015 +/- 2014 2013
Diesel 41.831 123% 18.724 0
Flüssiggas 115.646 -28% 159.538 193.552
Summe Treibstoffeinsatz 157.477 -12% 178.261 193.552

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Neue Mobilität

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Neue Mobilität

Laut Elektromobilitäts-Strategie der Stadt Wien 2015 sollen im Jahr 2025 mindestens 10 % der Autofahrten in Wien elektrisch erfolgen:16 „Öffentlich zugängliche Ladestationen können insbesondere in der Markteinführungsphase emotionale Eintrittsbarrieren für die Nutzung von Elektrofahrzeugen minimieren und multimodale Mobilität unterstützen.“

Die Wiener Stadtwerke beteiligen sich daher an verschiedenen Projekten zu Elektromobilität. Wien Energie setzt seit Jahren auf E-Mobilität und hat im Großraum Wien bereits mehr als 400 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet.

Mit internen und externen PartnerInnen wird derzeit eines der größten eTaxi Projekte Österreichs umgesetzt. In Phase 1 werden zehn Schnellladestationen errichtet und bis zu 120 e-Taxis eingesetzt. Der Betrieb wurde im März 2016 aufgenommen. Sofern das Konzept angenommen wird, ist ab 2017 eine Phase 2 mit weiteren 130 e-Fahrzeugen und zehn weiteren Ladestellen vorgesehen.

 

 

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