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(c) Wien Energie/Wiener Wildnis - Popp-Hackner
Bürgersolarkraftwerk in der Rosiwalgasse mit Feldhamster
Schutz und Förderung von Biodiversität

Die Wiener Stadtwerke setzen gezielt Maßnahmen zum Schutz von Landschaft und Natur. An erster Stelle stehen hier die Friedhöfe Wien mit ihren 46 Friedhöfen mit rund 5,2 km2 Grünfläche. Sie tragen mit dazu bei, das Ziel der Stadt Wien, den Grünanteil in Wien bis 2030 auf größer 50 % zu halten, zu erreichen.

Schon vor Jahren haben die Friedhöfe Wien auf dem Friedhof Neustift einen Umweltmusterfriedhof geschaffen und 2014 im Naturgarten des Wiener Zentralfriedhofs zehn Bienenvölker angesiedelt.

Basierend auf einer 2014 erstellten Studie zum Thema Biodiversität und Friedhöfe19 wurden 2015 verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel Schutz und Förderung der Biodiversität begonnen und zum Teil vorzeitig umgesetzt, so die bis 2017 geplante Attraktivierung des Biotops im Naturgarten am Wiener Zentralfriedhof und die Errichtung eines Biotops am Friedhof Südwest, beides gemeinsam mit der MA 22 – Umwelt.

Das Igelschutzprojekt nach dem Vorbild Friedhof Neustift wird 2016 auf weitere Friedhöfe (Wiener Zentralfriedhof, Ottakring, Südwest, Hernals, Hietzing, Feuerhalle Simmering) ausgedehnt. Im Rahmen des Pilotprojekts zur Förderung der Biodiversität auf dem Friedhof Simmering werden Nistkästen für Fledermäuse installiert und bei der Rinnböck- Kapelle wird eine Naturwiese angelegt.

Und das erfolgreiche Pilotprojekt des Wiener Zentralfriedhofes, vermehrt Bienenkästen aufzustellen, wird bis 2017 auf weitere Friedhöfe ausgedehnt. Voraussetzung ist allerdings, dass Imker für den „Betrieb“ gefunden werden können.

Da die für Wildbienen überlebenswichtigen Wildblumenflächen in Wien nur noch spärlich verbreitet sind, haben sich die Wiener Netze sich dazu entschlossen, den Wildbienen eine Grünfläche in Floridsdorf in der Hasswellgasse zur Verfügung zu stellen. Neben dem idealen Lebensraum finden die Tiere dort ein Wildbienenhotel vor, das zum sicheren Überwintern der Nachkommenschaft einlädt.20

Auch großflächige Freiflächen-Solarkraftwerke können einen negativen Einfluss auf die Biodiversität ausüben. Durch entsprechende Vorkehrungen können diese aber auch einen positiven Beitrag zur Biodiversität leisten. Eine Untersuchung über die Auswirkungen des Bürgersolarkraftwerks Liesing auf die lokale Pflanzenwelt hat gezeigt, dass das Auflockern der Vegetationsschicht beim Bau der Anlage die Lebensraumbedingungen für die örtliche bodengebundene Fauna verbessert hat.

Durch spezielle Pflegemaßnahmen, etwa etappenweises Mähen der Wiesen, werden die dort lebenden Tierarten nun gezielt geschützt. So ist unter den Paneelen ein Biotop für bedrohte Tierarten entstanden. Inzwischen wurden dort 13 teils geschützte Heuschreckenarten sowie die Gottesanbeterin und Fangschrecke nachgewiesen. Außerdem haben sich Schnirkelschnecke, Nachtpfauenauge, Eidechse und Feldhamster dort gut ausbreiten können.21