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Emissionen an Luftschadstoffen

Laut Bundesländer-Schadstoffinventur (BLI)* sind die NOX-Emissionen Wiens von 1990 bis 2013 (aktuellere Werte liegen nicht vor) um 40 % auf 17.000 t zurückgegangen, bei der Energieversorgung betrug der Rückgang sogar 78 % (minus 4.013 t). Bei den Kraftwerken sind hierfür Effizienzsteigerungen, der verringerte Einsatz von Heizöl und der Einbau von Entstickungsanlagen und stickstoffarmen (Low-NOX) Brennern verantwortlich.

Der SO2-Ausstoß in Wien konnte von 1990 bis 2013 um 93 % auf etwa 590 t reduziert werden. Dies ist vor allem auf den Einbau von Entschwefelungsanlagen in Kraftwerken, die Absenkung des Schwefelanteils in Mineralölprodukten und Kraftstoffen sowie die verstärkte Nutzung schwefelärmerer Brennstoffe zurückzuführen. Hauptverursacher der SO2-Emissionen ist heute die Energieversorgung.

Im Jahr 2013 wurden in Wien rund 1.900 t Feinstaub PM10 (1.100 t PM2,5) emittiert. Das sind um 22 % PM10 (35 % PM2,5) weniger als im Jahr 2000. Hauptverursacher ist der Verkehr; der Sektor Energieversorgung trägt nur 3,3 % PM10 bzw. 4,5 % PM2,5 bei.18

Emissionen Luftschadstoffe der Strom- und Wärmeerzeugung (Wien Energie)

1Basierend auf Messungen der Betreiber

Schadstoffemissionen in die Luft 1 (t) 2015 +/- 2014 2013
Stickoxide (NOx) (t) 547 13% 486 521
Schwefeldioxid (SO2) (t) 68 -49% 133 36

 

Die Höhe der jährlichen Emissionen an NOX- und SO2 variiert im Wesentlichen mit der Produktion und der Fahrweise des Kraftwerksparks. Eine wesentliche Emissionsreduzierung konnte durch die Beendigung des Einsatzes von Heizöl-schwer Ende 2014 (Stilllegung des Heizwerkes Kagran Ende 2013 und den Neubau des Heizwerkes Arsenal 2014) erreicht werden.

Wie in vielen Großstädten ist auch in Wien der Straßenverkehr die mit Abstand größte Quelle für Feinstaub (PM10 = Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von ≤ 10 Mikrometer (μm, ein Tausendstel Millimeter)) und Stickoxide.

Durch den kontinuierlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und Verkehrsmittelangebotes tragen die Wiener Stadtwerke erheblich zur Begrenzung dieses Problems bei.

Schon heute vermeidet allein das U-Bahn-Netz mehr als 22 % des Pkw-Verkehrs – was rechnerisch eine Entlastung um 50 Tonnen Feinstaub und 453 Tonnen Stickoxide pro Jahr bedeutet. Auf der anderen Seite tragen die mit Verbrennungsmotor ausgestatteten Fahrzeuge des Fuhrparks der Wiener Stadtwerke auch zur Emission an Luftschadstoffen bei.

Emissionen Luftschadstoffe Fuhrpark Wiener Linien (ohne Schienenfahrzeuge)

1Berechnung nach GHG-Protokoll: Menge NOx bzw. PM10 = Kraftstoffverbrauch [MWh] * spez. Emissionsfaktor [t/MWh]
2Die TU Graz hat die Schadstoffemissionen des nicht schienengebundenen Fuhrparks der Wiener Linien neu berechnet. Demnach sind Emissionen an den Luftschadstoffen NOx und Feinstaub in den Jahren 2013 und 2014 niedriger ausgefallen als bislang angesetzt.

Schadstoffemissionen in die Luft [t] 1 2015 +/- 2014 2 2013 2
Stickoxide (NOx) 48,1 -27% 66 83,5
Feinstaub (PM10) 0,08 73% 0,04 0,02

 

Seit 1963 hatten die Wiener Linien ihre Busflotte nach und nach auf Flüssiggas (LPG) umgestellt, da diese Antriebstechnologie damals im Vergleich zu Diesel als wesentlich umweltfreundlicher galt (Ruß, Stickoxide). Die Flüssiggas-Technologie hat sich jedoch am internationalen Markt nicht durchgesetzt und konnte zudem der 2014 in Kraft getretenen neuen Abgasnorm Euro 6 nicht mehr entsprechen.

Vor diesem Hintergrund stellen die Wiener Linien ihre Busflotte sukzessiv auf moderne Dieselbusse und Elektrofahrzeuge um. Seit 2013 werden die Innenstadt-Linien mit Batteriebussen betrieben; bis 2018 soll auch eine Normallinie mit Elektrobussen verkehren. Für die Linie 4A wurden sechs Hybridnormalbusse beschafft. Bis 2016 werden 75 Normalbusse (EURO 6) und 142 Gelenkbusse (EURO 6) beschafft, sodass dann die Hälfte der Linienbusse erneuert ist.

Bis 2019 soll die komplette Busflotte auf Dieselbus (EURO 6) umgestellt sein und überlange Gelenkbusse mit 10 % mehr Fassungsvermögen zum Einsatz kommen. Beides wird zu einer Reduzierung der Emissionen, insbesondere CO2, gegenüber den alten Bussen führen.

Dank des begonnenen Ersatzes der LPG-Busse durch Elektro- und Hybridbusse sind die Emissionen dieser Luftschadstoffe in den letzten Jahren gesunken – trotz Erhöhung der Fahrgastzahlen in den Bussen (plus 14,4 Mio. Fahrgäste, plus 91 Mio. Platzkilometer).

Auch beim internen Fuhrpark wollen die Wiener Stadtwerke zur Emissionssenkung beitragen. Mehrere Konzernunternehmen haben bereits alte Fahrzeuge durch neue EURO 6- oder Elektrofahrzeuge ersetzt oder planen dies.

Die Wiener Netze wollen zudem ein Mobilitätskonzept entwickeln, implementieren (2016) und umsetzen (2018). Mit diesem soll es zu einer deutlichen Flottenreduktion und somit positiven Umwelteffekten kommen.