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Wie die Wiener Stadtwerke wirken

Das erfolgreiche Geschäftsmodell der Wiener Stadtwerke ist eines, das sich nur von einem Unternehmen realisieren lässt, das zu 100 % im öffentlichen Eigentum steht:

Gewährleistung der Daseinsvorsorge, der Versorgungssicherheit mit Energie und Mobilität, einer hohen Lebensqualität und hoher regionaler Wertschöpfung im Großraum Wien.

Tabelle: Wie die Wiener Stadtwerke Werte für das Unternehmen und Mehrwert für ihre Stakeholder schaffen.

In der Grafik zeigen wir komprimiert, wie die Wiener Stadtwerke mit ihrem Geschäftsmodell Werte für das Unternehmen und Mehrwert für ihre Stakeholder schaffen und wie letztlich die Gesellschaft davon profitiert. Dabei haben wir uns an das Rahmenwerk des International Integrated Reporting Council (IIRC) mit seinen sechs „Kapitalarten“ (Financial, Manufactured, Intellectual, Human, Social and relationship, Natural) angelehnt.

Grundlage des Schaffens und des Erfolgs der Wiener Stadtwerke sind ihre gesunde wirtschaftliche Basis, ihre Infrastruktur (Bauwerke, Fahrzeuge etc.), ihre immateriellen Werte wie Reputation, Marken, Knowhow und Managementsysteme, ihre motivierten und gut ausgebildeten MitarbeiterInnen, ihre guten Beziehungen zu KundInnen, Lieferanten und Geschäftspartnern und die natürlichen Ressourcen, die möglichst schonend genutzt werden.

Eine detaillierte Darstellung der wichtigsten Wertschöpfungsketten der Wiener Stadtwerke finden Sie im nachfolgenden Kapitel Geschäftsmodelle.

Die Wiener Stadtwerke liefern nicht nur Produkte und Dienstleistungen in höchster Qualität. Sie sind auch wichtigster Arbeitgeber und Lehrlingsausbilder in der Region. Und sie tragen wesentlich zur Daseinsvorsorge, zur hohen Lebensqualität, zur Versorgungssicherheit (mit Energie und Mobilität), Entsorgungssicherheit und zur hohen Umweltqualität sowie zur regionalen Wertschöpfung im Großraum Wien bei.

Dies belegen die Wiener Stadtwerke anhand zahlreicher Leistungs- und Wirkungskennzahlen im gegenständlichen Bericht. Diese sind teilweise für mehr als nur eine Stakeholder-Gruppe von Interesse.

Compliance etwa ist ein Anliegen von Eigentümerin, Gesetzgeber und Gesellschaft, Wertschöpfung von Eigentümerin und Lieferanten oder Versorgungssicherheit von Eigentümerin und KundInnen.

Die wichtigsten Leistungskennzahlen werden in diesem Bereich der Website detaillierter dargestellt. Weitere Leistungskennzahlen sind im Geschäftsbericht 2015 der Wiener Stadtwerke enthalten. Für die Darstellung, wie die Wiener Stadtwerke wirken, sind vor allem die Wirkungskennzahlen von Interesse. Nicht für alle Aspekte sind geeignete Wirkungskennzahlen verfügbar.

Hinzu kommt, dass es für eine „Wirkung“ in der Regel nicht nur eine, sondern ein ganzes Ursachenbündel gibt – Beispiel Modal Split: So ist der hohe Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am gesamten Verkehrsaufkommen Ergebnis einer vorausschauenden Stadtplanung, Verkehrs- und Infrastrukturentwicklung und eines attraktiven, flächendeckenden, dicht getakteten Angebots an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wichtig für die KundInnenzufriedenheit sind Kriterien wie Sicherheit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Anschlusssicherung, Schnelligkeit, KundInnenfreundlichkeit und Barrierefreiheit. Hier erreichen die Wiener Linien in der Regel Spitzenwerte.

Und auch beim Preis gehören die Wiener Linien im Europa-Vergleich zu den günstigsten Verkehrsanbietern im Öffentlichen Personennahverkehr. So kostet die Jahreskarte seit der Tarifumstellung 2012 nur noch 1 Euro pro Tag. SeniorInnen fahren sogar zum Preis von nur 224 Euro pro Jahr, das sind 61 Cent pro Tag. In vielen anderen europäischen Metropolen müssen Fahrgäste für eine Jahreskarte deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Als Arbeitgeber und Investor sind die Wiener Stadtwerke ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region Wien. So haben sie in den letzten Jahren mehrere Hundert Millionen Euro pro Jahr vor allem in Sachanlagen im Bereich Verkehr und Energie investiert. Unternehmen ganz unterschiedlicher Branchen profitieren von diesen Aufträgen.

Eine von den Wiener Stadtwerken in Auftrag gegebene Studie des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeigt, dass die Wiener Stadtwerke eine Auslastung für 62.000 Arbeitsplätze schaffen. Das bedeutet, hinter jedem der angestellten rund 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen drei zusätzliche Arbeitsplätze bei externen Betrieben in ganz Österreich.

Wesentliche Leistungs- und Wirkungskennzahlen (gerundet) der Wiener Stadtwerke 2015

  Stakeholder und ihre Anliegen Wesentliche Leistungskennzahlen 2015 Wirkungskennzahlen

EIGENTÜMERIN

Ergebnis vor Steuern + Effizienz der eingesetzten Mittel  
  • Wertschöpfung: 1.151 Mio. Euro [G4-EC1]
  • Verteilung: 93 % an die MitarbeiterInnen der Wiener Stadtwerke [G4-EC1]
 
1 + 3 = 4: Hinter jedem Arbeitsplatz bei den Wiener Stadtwerken stehen drei zusätzliche bei externen Betrieben. [G4-EC8]
Versorgungssicherheit 689 Mio. Euro Investitionen in Infrastruktur [G4-EC7] 39 % Öffi-Anteil am Modal Split (zum 4. Mal in Folge) [G4-EC7]
Effizienz der Fernleitungen und Verteilungsnetze [EUSS1 -EU12]:
  • Netzverluste Strom: 4,74 %
  • Netzverluste Gas: 0,29 %
  • Netzverluste Fernwärme: 9,05 %
 
Im Großraum Wien mit Energie versorgte KundInnen [G4-8]:
  • über 2 Millionen Menschen
  • über 1.000.000 Haushalte
  • 230.000 gewerbliche Kunden
  • 4.500 landwirtschaftliche Anlagen
Verfügbarkeit der Netze: weit über 99,9 % [EUSS-EU29]:
  • 32 Min./a Nichtverfügbarkeit des Stromnetzes
  • 2 Min./a ungeplante Ausfallzeit im Gasnetz pro KundIn
  • 99,98 % Verfügbarkeit der Fernwärmeversorgung (s. S. 48)
 
Compliance, Transparenz und Informationsaustausch Anteil der MitarbeiterInnen, die in Unternehmen mit zertifizierten
Managementsystemen beschäftigt sind [DMA, G4-34, G4-56]:
  • Managementsysteme für Qualität und Umwelt: über 80 %
  • Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit: über 60 %
 
 

KUNDINNEN

Barrierefreiheit  
  • 1.670 von 2.178 Fahrzeugen für die Personenbeförderung sind Niederflur
  • 76,7 % der Fahrzeuge sind barrierefrei
 
 
KundInnenzufriedenheit und hohe Qualität der angebotenen Dienstleistungen  
  • KundInnenzufriedenheit: Die Systematisierung und Vereinheitlichung der Datenerfassung zum Beschwerdemanagement steht für 2016 auf der Agenda. [G4-PR8, G4-HR12, G4-LAQ16, G4-SO11, G4-EN34]
  • Qualität: siehe Versorgungssicherheit
 
 
  • Wiener Linien [G5-PR5]:
    • über 98 % zufriedene KundInnen
    • 698.968 Jahreskarten verkauft
  • Wien Energie [G5-PR5]:
83 % zufriedene KundInnen
 
Dienstleistungsangebot  
  • Energieerzeugung:
    • 5.011 GWh Strom
    • 4.982 GWh Wärme 
    • 128 GWh Kälte
 
  • 954,2 Millionen Fahrgäste befördert
    • Wiener Linien: 939,1 Millionen Fahrgäste
    • Wiener Lokalbahnen: 15,1 Millionen Fahrgäste
  • Bestattungsleistungen:
    • 9.264 Erd- und Feuerbestattungen
    • 13.419 Sarg- und Urnenbeisetzungen
  • 20.064 Stellplätze
 
 
  • Erschließungsgrad nach Umsetzung der Ausbaumaßnahmen (Eröffnung U1-Süd) 2018:

    • 99,8 % der Schulplätze
    • 96,4 % aller EinwohnerInnen
    • 95,4 % der Arbeitsplätze
    • 89,0 % der Wohnnutzfläche
    • 87,4 % der bebauten Fläche
    • 59,6 % der Gesamtfläche Wiens
  • Erreichbarkeit:
    • 
500 m Einzugsbereich U-Bahn und S-Bahn,
    • 300 m Einzugsbereich Straßenbahn,
 Wiener Lokalbahnen, Bus und Regionalbus
  • Anteil ÖV am Modal Split: 39 % (zum vierten Mal in Folge)
 

MITARBEITERINNEN

Rahmenbedingungen, die optimales Arbeiten ermöglichen (inkl. Diversität) und Personalentwicklung  
  • 16.097 MitarbeiterInnen [G4-10]
  • 4,5 % Fluktuationsrate [G4-LA1]
  • 17,2 % Frauenanteil [G4-LA12]
  • 24,7 % Anteil Frauen bei Neuaufnahmen [G4-LA1]
  • 23,6 % Frauenanteil in 1. und 2. Managementebene [G4-LA12]
  • 50 % Frauen im Aufsichtsrat (nur KapitalvertreterInnen) [G4-LA12]
  • 390 Lehrlinge [G4-10]
 
 
  • 16,9 Jahre durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit (2014)
  • Rund 80 % der Lehrlinge bleiben im Unternehmen
  • 1 + 3 = 4: Hinter jedem Arbeitsplatz bei den Wiener Stadtwerken stehen drei zusätzliche bei externen Betrieben. [G4-EC8]
 
 
  • 2,5 % begünstigte Behinderte nach Behinderteneinstellungs-
gesetz [G4-LA12]
 
 
 
  • 56.215 Weiterbildungstage gesamt [G4-LA9]
  • 3,5 Weiterbildungstage pro MitarbeiterIn [G4-LA9]
 
 
Gesundheitsförderung und Unfallprävention  
  • 316 meldepflichtige Arbeitsunfälle im Dienst [G4-LA6]
  • Null meldepflichtige Arbeitsunfälle im Dienst mit tödlichem Ausgang [G4-LA6]
  • 19,4 meldepflichtige Unfälle je 1.000 MitarbeiterInnen [G4-LA6]
  • 23,8 Fehltage je meldepflichtigem Unfall [G4-LA6]
 
 

LIEFERANTEN

Regionale Wertschöpfung, langfristige Vertragsbeziehungen und Vertragstreue 689 Millionen Euro Investitionen in Sachanlagen [G4-EC9] 1 + 3 = 4: Hinter jedem Arbeitsplatz bei den Wiener Stadtwerken stehen drei zusätzliche bei externen Betrieben. [G4-EC8]
Anforderungen und Transparenz bei Ausschreibungen Lieferantenbewertung nach den Kriterien Umweltmanagement, Arbeitsplatzbedingungen, Korruption und Menschenrechtsverletzungen
[G4-DMA, G4-EN32, G4-SO9, G4-HR10, G4-LA14] im Aufbau  
  • Anzahl meldepflichtige Arbeitsunfälle im Dienst [G4-LA6]
  • Anzahl meldepflichtige Arbeitsunfälle im Dienst mit tödlichem Ausgang [G4-LA6]
  • Anzahl meldepflichtige Unfälle je 1.000 MitarbeiterInnen [G4-LA6]
  • Anzahl Fehltage je meldepflichtigem Unfall [G4-LA6]
 
Gesundheitsförderung und Unfallprävention

UMWELT

Minimierung des Ressourcenverbrauchs  
  • 13.858 GWh Brennstoffe eingesetzt [G4-EN3]
    • davon rund 85 % fossil [G4-EN3]
  • 0 % Atomstrom bezogen [G4-EN3]
  • Anteil erneuerbarer Energieträger (EE) an Stromerzeugung
[G4-EN3]:
    • 19,9 % (Konsolidierungsbasis)
    • 20,4 % (inklusive Beteiligungen)
  • Anteil erneuerbarer Energieträger (EE) an Wärmeerzeugung [G4-EN3]:
    • 18,0 % (Konsolidierungsbasis)
    • 22,4 % (inklusive Beteiligungen)
 
 
  • 312 MWel installierte Kapazität für Strom aus Erneuerbaren Energieträgern, darunter
    • 22 BürgerInnen-Solarkraftwerke
    • 2 BürgerInnen-Windkraftwerke
  • 186 MWth installierte Kapazität für Wärme aus Erneuerbaren Energieträgern
  • Smart City Ziel: >20 % (2030) bzw. >50 % (2050) des Bruttoendenergieverbrauchs von Wien stammen aus erneuerbaren Quellen
  • Endenergieverbrauch pro EinwohnerIn um 40% bis 2015 senken
 
Klimaneutralität  
  • Direkte CO2-Emissionen (SCOPE 1) [G5-EN15]: knapp 3 Mrd. t, davon
    • Strom- + Wärmeerzeugung: rund 2,8 Mrd. t
    • Fuhrpark: rund 43.000 t
    • Gebäude und sonstige Anlagen: rund 9.000 t
    • Netzverluste (Gas und Strom): rund 160.000 t
    • THG-Einsparungen aus der Erzeugung von erneuerbarem Strom: rund 55.000 t
 
Klimaschutzziele der Stadt Wien (KliP II): Reduk-
tion der Treibhausgasemissionen pro Kopf in Wien um jedenfalls 35 % bis 2030 und 80 % bis 2050 (im Vergleich zu 1990) (Smart City Ziel)
Umweltschutz und Compliance  
  • 0,6 % Einsparung beim Energieabsatz, davon 40 % beim Haushaltskunden (EEffG) [G4-EN7]
 
 
 
  • 547 t NOX aus dem Betrieb der Kraftwerke, 48 t NOX aus dem Betrieb des Fuhrparks [G4-EN21]
  • 68 t SO2 aus dem Betrieb der Kraftwerke [G4-EN21]
  • knapp 80 kg Feinstaub (PM10) aus dem Betrieb des Fuhrparks [G4-EN21]
 
 
Biodiversität 46 Friedhöfe mit rund 5,2 km2 Grünfläche [G4-EN11] Smart City Ziel: Grünanteil in Wien bis 2030 auf über 50 % halten

GESETZGEBER / STAAT

Arbeitsplätze und Standortsicherung, Steuerleistung  
  • Wertschöpfung: 1.151 Mio. Euro [G4-EC1]
  • Verteilung: 93 % an die MitarbeiterInnen der Wiener Stadtwerke [G4-EC1]
 
1 + 3 = 4: Hinter jedem Arbeitsplatz bei den Wiener Stadtwerken stehen drei zusätzliche bei externen Betrieben. [G4-EC8]
Compliance und Korruptionsprävention  
  • Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden, und ermittelte erhebliche Risiken [G4-SO3]: Systematische Erfassung derzeit im Aufbau
  • Über 3.000 MitarbeiterInnen zu Antikorruptionsthemen geschult [G4-SO4]
  • Keine in Relation zum Umsatz wesentlichen Bußgelder aufgrund der Nichteinhaltung von Rechtsvorschriften im Umweltbereich oder aufgrund von Verstößen gegen andere Rechtsvorschriften [G4-SO8]
 
 

GESELLSCHAFT

Sozialer Zusammenhalt (Inklusion) Seit April 2011 hat die Wien Energie Ombudsstelle rund 15.000 Anfragen von Sozialeinrichtungen und KundInnen bearbeitet. Unter anderem wurden seither 11.000 Haushalte betreut (betreute bzw. in Betreuung stehende KundInnen/Haushalte) und rund 300 PrePayment-Zähler
montiert und auf freiwilliger Basis laufend betreut.  
Lebensqualität und Smart City  
  • Zahlreiche historische Bauwerke (Bahnhöfe, Brücken)
  • 2 Museen
  • 46 Friedhöfe mit rund 5,2 km2 Grünfläche [G4-EN11]
 
97 % der Befragten leben „sehr gerne“ oder „gerne“ in Wien (Institut für Soziologie der Uni Wien, 2013). Wien ist die Metropole mit der höchsten Lebensqualität weltweit (Platz 1 beim Ranking in der Mercer-Studie).