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Verkehrsunfälle minimieren

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Straßenverkehr
Foto: ULF 41er, neben Autos

Der öffentliche Personennahverkehr ist deutlich sicherer als das eigene Auto. Dennoch kommt es auch hier immer wieder zu Unfällen. Die Wiener Stadtwerke unternehmen umfangreiche Maßnahmen, um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten.

Verkehr ist leider immer auch eine Quelle von Unfällen. Statistiken belegen regelmäßig, dass der öffentliche Personennahverkehr deutlich niedrigere Unfallraten aufweist als der Individualverkehr. Ein Restrisiko bleibt aber auch bei den Öffis natürlich immer bestehen.

Unabhängig erstellte Verkehrsunfallstatistiken finden Sie auf den Internetseiten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit bei der Statistik Austria sowie bei der Stadt Wien.

Unfälle machen deutlich, wie wichtig unsere hohen Sicherheitsstandards sind. Um das Unfallrisiko zu minimieren und zu vermeiden, dass wir einen Unfall verschulden, gilt es, technisches und menschliches Versagen zu verhindern. Denn: Jeder Unfall ist einer zuviel!!!

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Technische Vorkehrungen

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Um technisches Versagen zu vermeiden, werden unsere Fahrzeuge regelmäßig gewartet und modernisiert. Das Wartungs- und Instandhaltungsmanagement ist IT-gestützt. Straßenbahnen und U-Bahnen müssen bei uns alle vier bis sechs Wochen in die Werkstatt. Entsprechend §61 Straßenbahnverordnung kommen die Schienenfahrzeuge spätestens alle acht Jahre bzw. nach 500.000 (Straßenbahnen) oder 750.000 Fahrkilometern (U-Bahnen) zur Inspektion. Bei Bussen wird vier Mal im Jahr eine Zwischenuntersuchung durchgeführt und einmal jährlich erfolgt eine Untersuchung nach §57a Kraftfahrzeuggesetz. Die regelmäßig durchgeführten Instandhaltungsaktivitäten der Bahnen werden bei uns von einer unabhängigen internen Prüfstelle qualitätsgesichert.

Die Wiener Linien investieren laufend in die konsequente Verbesserung der Anlagensicherheit und nehmen jeden Vorfall, der nicht verhindert werden konnte, zum Anlass rasch neue Maßnahmen zu entwickeln. Beispiele dafür sind etwa die Nachrüstung der alten Straßenbahngarnituren mit elektronischen Türfühlerkanten, die bis 2016 abgeschlossen sein soll (siehe auch im Nachhaltigkeitsprogramm).

Neben dem Faktor Technik trägt der Mensch als LenkerIn oder FahrerIn zur Sicherheit der Fahrgäste mit großer Verantwortung bei. Hier verfolgen wir mehrere Ansatzpunkte: Technische Sicherheitseinrichtungen wie etwa Abfahrtsperren bei geöffneten Passagiertüren oder automatische Bremsen bei Überfahren von roten Signalen reduzieren den Spielraum für menschliches Versagen.

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Vorschriften und Schulungen

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Foto: Öffi-Sicherheitstraining

Dort, wo mechanische Schutzeinrichtungen technisch nicht möglich sind, greifen Vorschriften und Verhaltensregeln. Besonders wichtig sind regelmäßige Schulungen. Neben umfangreichen Schulungen und Trainings bei der Ausbildung nehmen die FahrerInnen regelmäßig an den gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungsmaßnahmen teil. Im Bereich Schienenverkehr findet die Weiterbildung jährlich statt, AutobuslenkerInnen absolvieren die D95 Weiterbildung (5 Modultage in 5 Jahren). 

Der Schwerpunkt bei der Aus- und Weiterbildung liegt im Bereich Sicherheit und auch KundInnenorientierung und Störungsbehebung haben eine hohe Priorität. Eine Ausbildung zur/zum StraßenbahnfahrerIn dauert 62 Tage, die zur/zum U-BahnfahrerIn 47 (U6: 37) Tage und die zur/zum AutobuslenkerIn 51 Tage für Personen ohne Führerschein D bzw. 30 Tage für Personen mit Führerschein D inkl. D95. Im Gegensatz zu den beispielsweise gesetzlich vorgegebenen acht Praxisstunden zur Ausbildung als AutobuslenkerIn, werden bei den Wiener Linien in mindestens 20 Fahrstunden praxisrelevante Fahrsituationen trainiert.

Bereits bei der Auswahl des Personals für Fahrdienst und Stationsaufsicht wurde - neben den standardisierten Tests bzgl. Reaktion, Konzentration und optischer Wahrnehmungsfähigkeit - erhöhtes Augenmerk auf Kundenorientierung und Persönlichkeitsverhalten gelegt. Aufgrund der BewerberInnenstruktur war es zudem notwendig, sprachliche Kenntnisse der künftigen MitarbeiterInnen genauer zu betrachten. Mit der Einführung entsprechender Tests wurde auf diese Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert.

Der Faktor Mensch beschränkt sich nicht auf unser Personal für Fahrdienst und Stationsaufsicht, sondern umfasst alle VerkehrsteilnehmerInnen. Als Präventionsmaßnahme führen wir etwa Kampagnen zur Bewusstseinsbildung der Fahrgäste oder auch spezielle Schulungen für Kindergärten und Schulklassen durch.

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Aus Erfahrung lernen

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Bei jedem Unfall wird die Ursache genauestens analysiert. Dadurch wird sichergestellt, dass Fehlerquellen entdeckt, Verbesserungspotenziale erkannt und Maßnahmen gesetzt werden können. Strenge Bestimmungen regeln die Meldepflichten über Unfälle an Behörden. Bei Bedarf wird eine amtliche Unfalluntersuchungsstelle aktiv.

Schließlich tauschen wir uns in verschiedenen Arbeitskreisen (z.B. VDV Verband deutscher Verkehrsunternehmen, Fachverband der Schienenbahnen-Wirtschaftskammer Österreich, UITP) mit anderen Nahverkehrsunternehmen aus, um wechselseitig von den Erfahrungen zu lernen. An vielen Treffen nehmen auch Herstellerfirmen von Schienenfahrzeugen und Autobussen teil. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Entwicklung neuer Modelle berücksichtigt. Bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge orientieren sich die Wiener Linien am jeweils aktuellen Stand der Technik.

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